Gemeinderat,  Zeitung

Ortsname mit Prädikat

Bezeichnung „Staatlich anerkanntes Heilbad“ steht künftig auf Bad Bellinger Ortsschildern oberhalb des Ortsnamens.

„Staatlich anerkanntes Heilbad“ wird künftig auf Badenweiler und Bad Bellinger Ortsschildern oberhalb des Ortsnamens stehen. Hierdurch soll Gästen und Einheimischen verdeutlicht werden, dass die beiden Markgräfler Kurorte dazu berechtigt sind, diese höchste Prädikatisierung zu tragen. Die Gemeinderäte haben nun in beiden Orten grünes Licht für den Schildertausch gegeben.

Der Beantragung dieser kommunalrechtlichen Zusatzbezeichnung und der Übernahme der hierfür anfallenden Kosten stimmten in Badenweiler alle Gemeinderäte zu und beauftragten die Verwaltung mit der Einleitung der hierfür erforderlichen Schritte. Für die sechs neuen Badenweiler Ortsschilder ist mit Kosten von voraussichtlich 80 Euro pro Schild zu rechnen. Auch die Gemeinde Bad Bellingen erhält neue Ortsschilder mit dem Zusatz „Staatlich anerkanntes Heilbad“. Die Kosten für die Anfertigung der neuen Schilder betragen insgesamt rund 400 Euro. Sie werden von der Gemeinde getragen. Hintergrund ist ein vom Land Baden-Württemberg beauftragtes Gutachten zur „Fortentwicklung des Heilbäder- und Kurortewesens in Baden Württemberg“. Das Gutachten gibt dem Heilbäderverband eine Vielzahl von Handlungsempfehlungen. Eine der zentralen Empfehlungen ist die deutlichere Herausstellung des kurörtlichen Prädikats und des staatlichen Anerkennungsverfahrens. Rein rechtlich geht es bei den neuen Ortsschildern nämlich nicht nur um einen bloßen Schildertausch, sondern um die Verleihung einer dem Kurortprädikat entsprechenden kommunalrechtlichen Zusatzbezeichnung. Das Spektrum der möglichen kommunalrechtlichen Zusatzbezeichnungen reicht von „staatlich anerkannter Ort mit Heilstollen-Kurbetrieb“ bis zur höchsten Prädikatisierung „Staatlich anerkanntes Heilbad“ – die sowohl Bad Bellingen als auch Badenweiler zusteht. Durch die Platzierung der staatlichen Anerkennung oberhalb des Ortsnamens soll mehr Aufmerksamkeit auf das Alleinstellungsmerkmal gelenkt werden. Eine Kundenbefragung im Rahmen des Landesgutachtens ergab, dass 60 Prozent der Befragten die staatliche Überprüfung des Prädikates für wichtig halten, für 70 Prozent war die staatliche Überprüfung und Überwachung sogar entscheidend bei der Auswahl eines Ortes zum Kurbesuch – schließlich gehört zu einem staatlich verliehenen und anerkannten Prädikat nach dem Kurortegesetz auch die regelmäßige Überprüfung. Eine Abfrage des Heilbäderverbands unter seinen 48 Mitgliedsorten plus Nicht-Mitgliedern ergab bei 49 Rückmeldungen 38 Interessensbekundungen an einer Ortsschilder-Ergänzung. In Bad Bellingen wurde darauf hingewiesen, dass auch die Gastgeber etwas tun können: sich selbst über die Prädikatisierung informieren und den Gästen Einzelheiten über den Kurort und die Merkmale vermitteln, die zur Anerkennung als Kurort geführt haben. Die Zielgruppe der Ortschildinitiative ist aus dieser Perspektive also nicht nur die der Gäste, sondern auch die der Einheimischen.

Zur Information:

Anerkannte Kurorte

Das Gesetz über die Anerkennung von Kurorten und Erholungsorten (KurorteG) des Landes Baden-Württemberg kennt folgende Arten von Kurorten: das Heilbad, den Heilklimatischen Kurort, das Kneippheilbad, den Kneippkurort, den Ort mit Heilquellen- oder Moor(Peloid)-Kurbetrieb, den Ort mit Heilstollen-Kurbetrieb und den Luftkurort. Darüber hinaus definiert das Gesetz auch noch staatlich anerkannte Erholungsorte. Für die höchste Stufe der Kurorte, das Heilbad, definiert Paragraf 4 des KurorteG folgende Voraussetzungen: „Ein Heilbad ist ein Kurort, a) der ein natürliches, wissenschaftlich anerkanntes und durch Erfahrung bewährtes Heilmittel des Bodens besitzt, b) dessen Lage- und Witterungsklima die Gesundungs- und Erholungsmöglichkeiten nicht beeinträchtigt und periodisch überprüft wird, c) der über verschiedenartige, leistungsfähige Einrichtungen zur Anwendung des Heilmittels verfügt, d) der einen dem Kurbetrieb entsprechenden Ortscharakter aufweist und e) bei dem die Hauptheilanzeigen und Gegenanzeigen wissenschaftlich anerkannt und bekannt gegeben sind.

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