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Neues aus der Nachbargemeinde: Heute Schliengen

In Schliengen wird gewählt

Fünf Kandidaten treten bei der Bürgermeisterwahl in Schliengen an.

Fünf Kandidaten wollen als Chef ins Schliengener Rathaus. Foto: Dorothee Philipp

Wer soll nach 30 Jahren die Nachfolge von Schliengens Bürgermeister Werner Bundschuh übernehmen? Am kommenden Sonntag, 1. Dezember, wird gewählt. Zum Wahlkampf-Endspurt präsentierten sich diese Woche die Bewerber bei der offiziellen Kandidatenvorstellung im Bürger- und Gästehaus Schliengen.

Wer soll das Schliengener Bürgermeisteramt übernehmen: Claus Weichel, Simone Penner, Claus Czisla, Christian Renkert oder Sebastian Weil? Diese Frage treibt derzeit das Wahlvolk um, wie sich bei der offiziellen Vorstellung der Bewerber und der Bewerberin im Bürger- und Gästehaus zeigte.

Für 520 Gäste war im Saal gestuhlt, das reichte bei weitem nicht aus. Viele Besucher mussten sich mit einem Stehplatz begnügen. Die Moderation übernahm Schliengens Bürgermeister Werner Bundschuh als Vorsitzender des Wahlausschusses. Ohne Nennung von Gründen hatte sich Bewerber Sebastian Weil, 60-jähriger Unternehmensberater aus Binzen, für diesen Abend abgemeldet.

Für Christian Renkert,53-jähriger Jurist, haben zwei Punkte in der Schliengener Kommunalpolitik vorrangige Bedeutung: die familienfreundliche Kommune und die Beschäftigungssicherung. In beidem sei der Ort bereits sehr gut aufgestellt, die Punkte müssten aber weiterentwickelt werden. Renkert warb für sich auch mit seiner langjährigen Erfahrung in der Kommunalpolitik: 13 Jahre Gemeinderat in Schliengen, 20 Jahre Kreisrat und eine Amtszeit als Bürgermeister von Kandern. Handlungsfelder der Zukunft sind für ihn Mobilität, Siedlungsentwicklung und Landschaftserhaltung. Ein Bereich, den er neu angehen will, ist das Bahnhofsareal, außerdem will er dafür sorgen, dass der ÖPNV benutzerfreundlicher gestaltet wird.

Claus Czisla, 65 Jahre alt, möchte in seinem neuen Lebensabschnitt als Pensionär als Bürgermeister der Gesellschaft etwas zurückgeben. Er sieht darin eine Chance, dass er als parteiloser Bewerber antritt. Die Aufgabe des Bürgermeisters sei die Moderation zwischen Bürgern und Gemeinderat. Als Bürgermeister wolle er Schwerpunkte setzen, indem er Belange von Umweltschutz und Klimawandel in politische Entscheidungen mit einbezieht. Ein Anliegen sei ihm der Ausbau des ÖPNV. Wichtig werde ihm auch die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen sein, dort, wo man gemeinsame Ziele habe. Die bauliche Entwicklung soll nach Czisla, der nebenbei noch als Logistikberater und Dozent an einer Fachhochschule in der Schweiz arbeitet, so weit wie möglich auf bereits erschlossenen Flächen stattfinden.

Die 47-jährige Architektin Simone Penner empfiehlt sich für das Bürgermeisteramt mit einer langen Erfahrung bei Planung und Bauleitung zahlreicher öffentlicher Bauvorhaben. Die Schliengener Kommunalpolitik kennt sie aus ihrer Zeit als Gemeinderätin. Sie will als Bürgermeisterin den Tourismus fördern, indem sie zusammen mit den Gastgebern passende Projekte entwickelt. Der Ausbau Schliengens als Gewerbestandort sei Chefsache. Dass derzeit die Abschaffung einer ganzen Buslinie diskutiert wird, ist für Penner nicht tragbar. Der ÖPNV müsse ausgebaut werden. Für die Jugend will sie einen Jugendrat einrichten. Die große Zahl der Vereine sei ein wahrer Reichtum für die Gemeinde.

Die Fragen aus der Bürgerschaft zeigten, dass es in Schliengen keine Themen mit Konfliktpotenzial gibt. Stattdessen gab es viel Lob für die von Bundschuh bisher geleistete Arbeit. Zum Thema Schulentwicklung erklärte Renkert, dass die Gemeinschaftsschule für die Hebelschule der richtige Weg war. Eine Sekundarstufe mit dem Abitur als Abschluss hält er für nicht sinnvoll und zu teuer. Die Pläne für Windenergieanlagen auf dem Blauen hält er für gescheitert, dafür setze er auf die verstärkte Nutzung von Solarenergie.

Das Volksbegehren zum Insektensterben halten sowohl Penner als auch Weichel nicht für den richtigen Weg zu einer Lösung. Beide betonten, dass die Landwirte in der Region bereits mit Augenmaß und Verantwortung handelten und nicht durch rigorose Verbote in ihrer Existenz bedroht werden dürften. Überhaupt keine Fragen hatte das Publikum an Claus Czisla.

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