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Nach der Wahl ist vor der Wahl

Zur Bürgermeisterwahl Schliengen gibt es kommenden Sonntag den zweiten Wahlgang.

Fünf Kandidaten wollen als Chef ins Schliengener Rathaus. Foto: Dorothee Philipp

Bei der Bürgermeisterwahl in Schliengen vergangenen Sonntag hat kein Bewerber die absolute Mehrheit erreicht. Christian Renkert erhielt vor Simone Penner und Claus Weichel die meisten Stimmen. Kommenden Sonntag, 15. Dezember, genügt beim zweiten Wahlgang die einfache Stimmenmehrheit zum Wahlsieg.

Wer Werner Bundschuh nach mehr als 30 Jahren als Bürgermeister von Schliengen ins Rathaus folgt, konnte beim ersten Durchgang der Bürgermeisterwahl vergangenen Sonntag noch nicht entschieden werden. Trotz hoher Wahlbeteiligung von 62,9 Prozent konnte keiner der fünf Kandidaten die absolute Mehrheit für sich gewinnen.

Die meisten Stimmen bekam Christian Renkert, amtierender Bürgermeister von Kandern, mit einem Stimmenanteil von 41 Prozent. In absoluten Zahlen stimmten 1172 der insgesamt 2839 Wähler für den Juristen. Renkert hat einen Vorsprung von knapp 300 Stimmen gegenüber Simone Penner, die in Schliengen sechs Jahre für die CDU im Gemeinderat saß und mit 890 Stimmen (31,4 Prozent) das zweitbeste Wahlergebnis erzielte. Claus Weichel, Apotheker aus Mauchen, konnte besonders im eigenen Ortsteil Wähler überzeugen und bekam 740 Stimmen (26 Prozent).

Weit abgeschlagen davon waren die beiden anderen Bewerber um den Posten im Rathaus, Claus Czisla, 65-jähriger Logistikberater aus Grenzach-Wyhlen, mit 20 Stimmen (0,7 Prozent) und Sebastian Weil aus Binzen, Ex-Vorsitzender der SPD Vorderes Kandertal , für den acht Wähler (0,3 Prozent) stimmten, obwohl er seit seiner Kandidatur nie in Erscheinung getreten ist.

Noch vier Bewerber stehen zur Wahl

Czisla zog seine Bewerbung für den zweiten Wahlgang am Wahlabend zurück. Bis Mittwochabend sind auch keine neuen Bewerbungen im Rathaus eingegangen. Zur Wahl stehen nach erneuter Prüfung des Wahlausschusses demnach die Kandidaten Renkert, Weichel, Penner und Weil – in der Reihenfolge nach Eingang ihrer Bewerbung.

Für Christian Renkert hat schon der erste Wahlgang Überraschungspotenzial gezeigt, wie er sagt. Die große Wahlbeteiligung der Schliengener habe sich schon im Vorfeld durch großes Interesse an den Wahlveranstaltungen angekündigt. Renkert erwartet für den zweiten Wahlgang, dass sogar noch mehr Bürger ihre Stimme abgeben. Sein eigenes Ergebnis sieht er als guten Sockel, auf dem er aufbauen will. Kommende Woche versucht Renkert mit Themenabenden und Rundfahrten zu politisch relevanten Baugebieten, Gebäuden oder Grundstücken in Schliengen und Teilorten noch weitere Wähler für sich gewinnen. “Mein wichtigstes Thema für die verbleibende Zeit ist aber die Erste Markgräfler Winzergenossenschaft”, sagt er. Am Mittwoch sei er bei deren Generalversammlung gewesen. Bürgermeister Bundschuh sei nicht dort gewesen. Das bisherige Verhältnis zwischen ihm und der WG sei zerrüttet, nach Meinung von Renkert müsse das wieder besser werden.

Auch Simone Penner ist nach dem ersten Durchgang insgesamt sehr zufrieden und zuversichtlich, im zweiten Wahlgang ihr gutes Ergebnis noch verbessern zu können. In drei Wochen Wahlkampf bis zum vergangenen Sonntag habe sie mit den Menschen im Ort viel Spaß gehabt. Das Wahlergebnis sei eine tolle Rückmeldung der Leute auf ihr Engagement in dieser kurzen Zeit. Besonders erstaunt ist Penner darüber, das sie das beste Ergebnis bei den Briefwählern erzielt hat. Weil Penner als Gesamtbürgermeisterin kandidiert, möchte sie in allen Ortsteilen noch Stimmen gewinnen. Immerhin hätten rund 60 Prozent der Wähler nicht für Renkert gestimmt, deshalb rechnet sie sich noch gute Chancen aus, die rund 300 Stimmen auf ihn aufzuholen. Schaffen möchte sie das, indem sie wie bisher an Gesprächsabenden auf Wähler zugeht und mit ihnen ins Gespräch kommt. “Ob Klimakonzept oder öffentlicher Nahverkehr, will ich meine konkreten Themen nochmals deutlich machen.”

Auch Claus Weichel rechnet sich noch gute Chancen aus, wenn er es schafft, sich außerhalb des eigenen Ortsteils Mauchen auch in Liel oder der Kerngemeinde noch bekannter zu machen. Das soll ihm auf spielerische Weise bei einem Bingo mit Fragen rund um die Gemeinde gelingen: “Wie hoch sind etwa Steuereinnahmen in Schliengen oder welche Baugebiete gibt es?”, nennt Weichel mögliche Fragen zum Spiel. Den Erlös daraus, jede Bingokarte kostet einen Euro, will er zu Weihnachten einem Jungen aus der Gemeinde für spezielle Basketballschuhe spenden. Dass sich der erste Wahlgang noch einmal wiederholt, glaubt Weichel nicht. Viele Schliengener Bürger wünschten sich eine andere Politik als bisher im Rathaus.

Sebastian Weil war bis Redaktionsschluss wie im gesamten Wahlkampf nicht zu erreichen. Auf dem Wahlzettel für den zweiten Wahlgang steht er trotzdem, weil er seine Bewerbung bis Mittwochabend nicht zurückgezogen hat. Bürgermeister Werner Bundschuh möchte und darf sich als Vorsitzender des Wahlausschusses zum Ausgang des ersten Wahlgangs nicht äußern. Er appelliert aber an die Schliengener, die gute Wahlbeteiligung von letzter Woche im zweiten Wahlgang kommenden Sonntag noch zu verbessern.

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