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Neuer DB-Konzernbevollmächtigter Krenz und Bundestagsabgeordneter Schuster in Rheinweiler.

Die Sorgen der Anwohner der Rheintalbahn bezüglich abgestellter Züge mit Gefahrgut-Waggons in Rheinweiler und Efringen-Kirchen sind nach wie vor groß – ebenso das Unverständnis darüber, weshalb sich bei diesem als sehr dringend angesehenen Problem aus Sicht der Betroffenen bislang noch so wenig tut. Das wurde deutlich beim Besuch des neuen Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Thorsten Krenz, am Montagnachmittag in Rheinweiler. Krenz war in Begleitung des CDU-Bundestagsabgeordneten Armin Schuster in der Region unterwegs, um sich an einigen für die Bahn relevanten Orten ein Bild der Lage zu machen.

In Rheinweiler stieß er dabei auf eine überraschend große Öffentlichkeit. Unter den rund 60 Personen, die am dortigen Bahnhof auf Schuster und Krenz warteten, waren auch Bad Bellingens Bürgermeister Carsten Vogelpohl sowie sein Amtskollege aus Efringen-Kirchen, Philipp Schmid. Beide Rathauschefs machten eindrücklich klar, dass das Abstellen von Zügen mit Gefahrgütern in ihren Orten nicht mehr hinnehmbar sei – mitten in bewohntem Gebiet, unbewacht sowie frei zugänglich für etwaige gefährliche Manipulationen. Vogelpohl erinnerte an den Vorfall vor einem Jahr, als sich an einem in Rheinweiler abgestellten Kesselwagen ein Überdruckventil öffnete und Gas mit einem üblen Geruch austrat. Zwar sei der Vorfall damals glimpflich ausgegangen, dennoch habe er das Gefahrenpotenzial deutlich vor Augen geführt. Besonders befremdet, so Vogelpohl, habe ihn die mangelhafte Information darüber, was in dem Waggon eigentlich transportiert wurde.

Wortmeldungen der Bürger wurden noch deutlicher: Es sei ein “No go” Gefahrgüter abzustellen, wo Menschen wohnen, hieß es von einer Seite, ein anderer Anwohner verwies auf zwei bis drei abgestellte Güterzüge pro Woche in Rheinweiler und eine Mutter erinnerte an die unmittelbare Nähe von Kindergarten und Schule zur Bahntrasse.

Großes Verständnis für diese Sorgen bekundete Armin Schuster, der hier tatsächlich die Politik gefordert sieht, an den bestehenden Praktiken etwas zu ändern. Die DB sei in diesem Fall nicht der erste Ansprechpartner, schließlich würden auch diverse andere Verkehrsunternehmen die Rheintalbahn mit Gefahrgütern befahren. Offenbar deckt die bestehende Rechtslage die bisherige Vorgehensweise beim Abstellen von Gefahrgut-Waggons – und zwar “überall in ganz Deutschland”, wie Schuster betonte.

Deutliche Kritik gab es am Eisenbahnbundesamt. Die für dieses Thema eigentlich zuständige Behörde verweise nur auf internationale Regeln, die eingehalten würden und verweigere sich einer weiteren Diskussion. “Da werde ich den Tonfall nun etwas ändern müssen”, kündigte Armin Schuster an. Der CDU-Politiker verwies auch auf einen weiteren – heiklen – Zusammenhang: “Wer Sie entlasten will, muss dafür sorgen, dass der Ausbau der Rheintalbahn möglichst bald fertig wird, damit dann auch wirklich möglichst alle Güterzüge durch den Katzenbergtunnel rollen”, sagte Schuster in Anspielung auf die weiterhin andauernden Auseinandersetzungen im Abschnitt zwischen Müllheim und Auggen bezüglich einer dort gewünschten Tieflage der Güterzugtrasse.

Der DB-Konzernbevollmächtigte Thorsten Krenz erklärte, die zum Thema Gefahrguttransporte eingerichtete Begleitgruppe sei schon mal ein gutes Dialogforum, über das man erste kleine Maßnahmen bereits angestoßen habe. Der “Schlüssel” bei diesem Thema, betonte auch Krenz, sei der Ausbau der Rheintalbahn.

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