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Gemeinderat,  Zeitung

Landrat lenkt ein…

Die für den Sommer anstehende Vollsperrung der Kreisstraße K 6347 zwischen Kleinkems und Rheinweiler betrifft die Gemeinde Bad Bellingen mit der südlichen Anfahrt zur Balinea-Therme, zu Firmen und Gewerbe sowie Anlieger massiv. Im Gemeinderat sicherten nun der Erste Landesbeamte Ulrich Hoehler und Rainer Ganz, Fachbereichsleiter Straßen im Landratsamt, den vielen anwesenden Bürgern zu, dass die anvisierte Vollsperrung der Kreisstraße zeitlich bedeutend verkürzt wird.

Zu erwartende erhebliche Umsatzeinbußen und durch Umleitungen bedingte lange Lieferwege für Unternehmen und Betriebe im Dorfkern von Rheinweiler und im Gewerbegebiet Kapellengrün im Rahmen der geplanten Vollsperrung der Kreisstraße 6347 südlich von Rheinweiler, hatten dazu geführt, dass Bürger, Handwerk, Gewerbetreibende und auch die Gemeinde mit Bürgermeister Carsten Vogelpohl vorab beim Landratsamt Lörrach vorstellig wurden und Alternativen forderten.

Die Betroffenen hatten in einem Brief an das Landratsamt gefordert, die Vollsperrung in eine einseitige Straßensperrung umzuwandeln oder alternativ eine Behelfsbrücke einzurichten. Eine über dreimonatige Vollsperrung der Kreisstraße sei betriebswirtschaftlich und personell nicht zumutbar, hieß es in dem Schreiben. Hoehler und Ganz griffen die Bedenken in der Gemeinderatssitzung auf und kamen Bürgern, Handels-, und Gewerbetreibenden ein Stück entgegen. Denn ursprünglich war die Straßensperrung und die damit verbundene rund eine halbe Million Euro teure Sanierung des Straßenabschnitts zwischen Kleinkems und Rheinweiler von Mitte Juli bis auf Ende Oktober 2019 terminiert. Nun sollen die Bauzeit und die Vollsperrung rund vier Wochen verkürzt werden, nämlich vom 5. August bis zum 14. oder 15. Oktober 2019. Möglich wird dies durch eine Bündelung der Arbeiten.

Drei Aufträge, nämlich die Sanierung der Brücke bei Kleinkems, eine Durchlasserneuerung unter der Kreisstraße und die Fahrbahndeckenerneuerung, werden unter der Ägide eines Unternehmens laufen, das dann mit zusätzlichen Kolonnen vor Ort sein müsse. “Ich hoffe, Sie sehen das als deutliches Zeichen, dass der Landkreis Ihnen entgegenkommt”, meinte Hoehler.

Eine einseitige Sperrung der Straße mit Ampelregelung sei leider nicht möglich, beantwortete er Fragen der Bürger. Knackpunkt ist die Kleinkemser Brücke. Diese wurde 1961 gebaut und ist für den heutigen Verkehr gar nicht ausgelegt. “Rost, Betonabplatzungen, defekte Abdichtungen und mehr setzen der Brücke zu und Schutzplanken sowie die Absturzsicherungen sind nicht mehr regelkonform, die Tragfähigkeit der Brücke ist auf längere Sicht nicht mehr gegeben”, erklärte Ganz. Der Kreis ist hier der Straßenbaulastträger, der in der Verantwortung steht. Für die Teilstücksanierung gibt es eine Förderzusage über die Hälfte der Sanierungskostensumme vom Land, “die wir gerne jetzt mitnehmen würden”, begründete Hoehler die Eile “Wir müssen die Brückensanierung vollflächig ausführen, da auch der Betonuntergrund neu hergestellt werden muss”, erläuterte er.

Sonderfahrregelungen über kleinere Wege wird es für den ÖPNV und die Schulbusse geben. Einheimische kennen sich ebenfalls aus. Der durchfahrende Verkehr aber werde von Süden aus großräumig über die B 3 Richtung Schliengen und von dort aus wieder Richtung Rheinweiler umgeleitet. Da die Kreisstraße auf einem Damm verläuft, sind auch Behelfsstraßen nicht planbar, die überdies die Kosten verteuern würden, reagierten Ganz und Hoehler auf eine weitere Anregung eines Zuhörers, der hier das Vorbild Schweiz zitierte. Und die Öffnung der Autobahnzufahrt im Bereich Rasthof Bad Bellingen, die nur Rettungskräften vorbehalten ist, erfordere im Vorfeld eine Verkehrsstudie, erklärte Hoehler weiter, was bei den Zuhörern Unmut über “typisch umständlich deutsche Regelwut” hervorrief. Nachtarbeit, wie sie Gemeinderat Emil Schilling nachfragte, sei größeren Straßenprojekten vorbehalten, erfuhr Schilling von Hoehler.

Vogelpohl und auch Zuhörer im Ratssaal erkannten an, dass die Verringerung der Bauzeit ein “wichtiges Signal an die Bevölkerung” sei, dass man deren Bedenken ernst genommen habe. “Sie nehmen aber auch mit, dass Ihre Antworten nicht voll befriedigend sind und dass die zugesagte verkürzte Bauzeit unbedingt eingehalten werden sollte”, richtete Vogelpohl das Schlusswort an Hoehler.

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