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Gemeinderat geht neue Wege

Neuenburger Gemeinderat beschließt neues Nahmobilitätskonzept

Die Stadt Neuenburg möchte den Fuß- und Radverkehr weiter stärken und hat dazu ein Nahmobilitätskonzept erstellen lassen. Diesem stimmte der Gemeinderat nun einstimmig zu.

Es geht darum, die Mobilität auf kurzen Wegen mehr in den Vordergrund zu rücken. Man möchte es den Menschen mit einer entsprechenden Infrastruktur ermöglichen, sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad gerne und sicher in der Stadt zu bewegen. Der öffentliche Raum soll belebt, Lärm und Schadstoffe sollen reduziert werden. Auch die Verknüpfung zu anderen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn spielt dabei eine Rolle.

Im November 2018 fand eine entsprechende Bestandsaufnahme statt, sowohl im Kernort als auch in den Ortsteilen, wie Philipp Hölderich vom Stadt- und Planungsbüro Planersocietät Karlsruhe darlegte. Das Büro unterstützte die Stadt bei der Erstellung des Nahmobilitätskonzeptes. In die daraus resultierenden Empfehlungen und das Handlungskonzept flossen auch Wünsche und Anregungen der Stadtverwaltung, von Politik, Interessensvertretern und Bürgern ein.

Ob Touristen, körperlich Beeinträchtigte, Kinder, Erwachsene, Spaziergänger, Sportler, Erwerbstätige oder Einkaufende – Fußgänger sollen auf ihren unterschiedlichen Wegen sicher und angstfrei, ohne große Umwege, Hindernisse oder Störungen durch andere Verkehrsteilnehmer ans Ziel kommen. In Neuenburg gibt es vielerorts komfortable Wege, etwa innerhalb der Fußgängerzone oder entlang der Freiburger Straße auf Höhe des Gymnasiums, vielerorts besteht aber noch großer Nachholbedarf. So sind viele Gehwege zu schmal oder bestehen nur einseitig, die Asphaltdecke ist beschädigt oder sie sind kleinteilig gepflastert. Bekanntes Sorgenkind ist etwa der Bereich um den Rathausplatz, Schlüssel-, Metzger- und Salzstraße. Zudem fehlen sichere Querungsmöglichkeiten und ausreichende Beleuchtung, letzteres betreffen die Unterführungen der A5 und der Westtangente am Wuhrloch. Es fehlt teilweise an attraktivem Grün und Sitzgelegenheiten.

Mit dem Fahrrad auf schnellstem Weg zu Bus und Bahn oder zum Job, entspannt zu Freizeitaktivitäten oder als Sport: Auch bei Radfahrern bestehen unterschiedliche Bedingungen, denen das Wegenetz gerecht werden soll. Das Neuenburger Radwegenetz sei insgesamt solide, so das Ergebnis der Betrachtung, es bestehen demnach gute Verbindungen zwischen den Ortsteilen, weniger gut angebunden sind allerdings die Nachbargemeinden. Radabstellanlagen fehlen häufig oder sind nicht ausreichend ausgestattet.

Das Nahmobilitätskonzept ist ein Strategiepapier, das die Förderung des Fuß- und Radverkehrs in den nächsten Jahren voranbringen soll. Darin enthalten sind allgemeine und konkrete Empfehlungen für die Stadt Neuenburg, deren Umsetzung im weiteren Verlauf geprüft werden soll. Da es nicht möglich ist, alle Maßnahmen sofort umzusetzen, sollen sie anhand einer Prioritätenliste nach und nach abgearbeitet werden. Dabei gibt es unterschiedliche Fördermöglichkeiten, etwa über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Das Nahmobilitätskonzept sei mit seiner Ganzheitlichkeit eine gute Grundlage, sagte Bürgermeister Joachim Schuster, das die Möglichkeit biete, das Thema Mobilität effizient anzugehen.

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