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Erste Ideen für Gartenschau

Landschaftsarchitekten stellen in Bad Bellingen Pläne für eine angedachte kleine Gartenschau vor.

Die baulichen Veränderungen auf dieser Grafik könnten mit einer kleinen Gartenschau einhergehen. Foto: faktorgrün/Grafik:Jauss

Erste Ideen für Gartenschau – Bad Bellingen – Badische Zeitung

Es ist zuerst einmal “nur” ein Konzept für eine kleine Gartenschau – aber eines, das alle Anwesenden, also rund 30 Bürger und Gemeinderäte, die in den Kursaal gekommen waren, begeisterte. Das Planungsbüro Faktorgrün Landschaftsarchitekten aus Freiburg, für das Martin Schedlbauer und Danilo Meixner vor Ort waren, hat eine Machbarkeitsstudie nicht nur für eine kleine Gartenschau, sondern für einen viel attraktiveren Kurpark, Kur- und Thermenbereich sowie für die Anbindungen der Kureinrichtungen an den Kernort und an den Rhein erarbeitet.

Die Gemeinde Bad Bellingen hat die Bewerbungsunterlagen für die Ausrichtung einer sogenannten kleinen Gartenschau im Rahmen des Landesprogramms “Natur in Stadt und Land” , die in den Jahren 2031, 2033 oder 2035 stattfinden könnte, bereits fristgerecht im Dezember beim zuständigen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) in Stuttgart eingereicht. Die mit der Ausrichtung einer kleinen Gartenschau verbundene Förderung “würde erstmals die Möglichkeit bieten, größere zusammenhängende Freiflächen, aber auch bebaute Areale, die bisher isoliert voneinander betrachtet wurden, zu verbinden und neu zu gestalten”, erläuterten Bürgermeister Carsten Vogelpohl und Martin Schedlbauer.

Das Motto der Konzeptstudie lautet dabei “Landschaften verbinden – Grenzen überwinden – Wasser erleben”.

Der Zuschuss für eine “Kleine Gartenschau” kann bis zu zwei Millionen Euro betragen. “Das sind 50 Prozent, bei einem Zuschlag müssen wir die anderen 50 Prozent ansparen” beantwortete Vogelpohl die Frage eines Bürgers. Ein Teil weiterer Maßnahmen werde sicher wieder durch andere “Töpfe” gefördert werden können, “insgesamt sprechen wir von mindestens 5,5 Millionen Euro an Investitionen”, fuhr der Bürgermeister fort. Sollte aber ein Großteil der Planungen umgesetzt werden, dann könnte Bad Bellingen künftig mit einem attraktiveren Ortsbild und Kurgebiet bei Bürgern und im Tourismus punkten. “Das wird sich langfristig bei der Außenwirkung auszahlen”, war Schedlbauer sicher.

Das Planungsbüro hat einen genauen Blick darauf geworfen, wie sich der Kurpark aktuell darstellt: “Es gibt bisher viel zu wenige Freiflächen, die einen Parkcharakter haben”, so Schedlbauer. “Wasserlandschaften sind im Anschluss an den Kurteich unterhalb der Hangkante auf rund 1000 bis 1500 Quadratmetern angedacht, die Wege zum Flanieren müssen attraktiver werden”, beschrieb Schedlbauer die Planungen. Im Bereich des Rosengartens sollen für die Zeit der Gartenschau besondere Beete angelegt werden. Rundwege, auch für Fahrräder, die auch die Ortsteile einbinden, sollen entstehen.

Ambitionierte Ideen: Seilfähre und Radbrücke

Ambitioniert wären die Ideen einer Seilfähre auf die Rheininsel und die einer Radbrücke über Kreisstraße und Autobahn zum Rheinpfad. Der Happle-Weg soll als zweite Aufstiegsmöglichkeit zum Dorf verbreitert und abgeflacht werden, eventuell wäre hier eine Aussichtsplattform möglich. In der Mitte der Hangkante könnte sich mittels einer Treppe eine dritte Verbindung zum alten Dorfkern ergeben. Der wilde Kurparkteil benötigt wegen des Klimawandels zudem einen “Waldumbau”. Die dortige Senke des ehemaligen Rheinverlaufs, die bereits jetzt überschüssiges Hangwasser aufnimmt, könnte zur zweiten Wasserlandschaft werden.

Ganz wichtig sind den Planern die Wege, die Straßen und damit Sichtachsen, die den Kurpark und den Kurbereich künftig verbinden und die zentral auf die Therme zulaufen sollen. Bis jetzt sind diese Verbindungen nur in Teilen vorhanden oder durch bauliche Elemente unterbrochen. So könnte etwas das alte Kurmittelhaus abgebrochen und durch einen neuen, längs angeordneten Thermenbau ersetzt werden, um eine offene Platzstruktur vor der Therme zu erzielen.

Eine Rolle spielt die bisherige Zufahrt zur Therme – vor allem die Einkaufsmärkte sollten dabei mit Bäumen eingegrünt werden. Die Zufahrt zur Therme soll attraktiv umgestaltet werden und nur noch von Zulieferverkehr und für Behindertentransporten nutzbar sein. “Die bisherigen 274 Parkplätze könnten in ein langgestrecktes dreigeschossiges Parkhaus mit 500 Plätzen und eigener Zufahrt überführt werden, das Parkhaus würde einen Lärmriegel zur Kreisstraße und zur Autobahn hin bilden”, beschrieb Schedlbauer weiter. Parkhaus und das neue angedachte Hotel an der Therme sind dabei eigenständig zu finanzieren.

Es sei ein Konzept, das weit in die Zukunft geht, “groß planen kann man dabei immer, kleiner wird man in der Realität von allein”, bemerkte Schedlbauer abschließend. “Das ist das erste Mal ein Plan, der alle Einzelaspekte aufgreift und langfristig eine Leitlinie gibt”, lobte Gemeinderat Wolfgang Müller. “Am besten sofort anfangen”, zeigte sich Golfplatz- und Hotelbesitzer Heinz Wolters begeistert. Alt-Bürgermeister Eberhard Stotz fragte nach der Konkurrenz bei der Bewerbung um die kleine Gartenschau. “Es sind neun Gemeinden, darunter sind auch kommunale Verbünde, wir sind aber die einzige Gemeinde im südlichen Baden-Württemberg”, antwortete Vogelpohl. Ob und in welchem Jahr des Bewerbungszeitraums Bad Bellingen den Zuschlag bekommt, entscheidet eine Jury nach Sichtung der Bewerbungsunterlagen und einer Bereisung des Ortes voraussichtlich Ende März.

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