Kindereinrichtung Bamlach
Gemeinderat,  Zeitung

Betreuung von Kindern wird teurer

Gemeinderat Bad Bellingen beschließt Erhöhung der Kindergartengebühren / Vorstellung der Bedarfsanalyse / Keine Notplätze.

Kindereinrichtung Bamlach
Die Halle in Bamlach wird saniert. Dabei entstehen auch Räume für eine neue Krippengruppe. Foto: Jutta Schütz

Die letzte Erhöhung der Kindergartengebühren in Bad Bellingen erfolgte im Jahr 2018. Zum 1. Januar 2020 werden sich nun, nach zwei Jahren Pause, die Gebühren erneut erhöhen, diesmal um vier Prozent. Das beschloss der Gemeinderat Bad Bellingen jüngst bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Im Rat wurden zudem die Ergebnisse der Bedarfsumfrage aus den Kindergärten vorgestellt.

Kindergartenleiterin Kathrin Sommerhalter berichtete im Gemeinderat über die Bedarfsanalyse aus den örtlichen Kindergärten vom Mai 2019. Demnach werden in der Gesamtgemeinde zum Juli 2020 voraussichtlich 181 Plätze im Kindergartenbereich benötigt. 191 Plätze stehen zur Verfügung. Und 119 Familien benötigen einen Kindergartenplatz mit verlängerten Öffnungszeiten, so Sommerhalter. Dieser sogenannte VÖ-Platz wird in allen Einrichtungen angeboten. Von Eltern wurden zudem 30 Krippenplätze für Ein- bis Dreijährige angemeldet. Genau 30 Plätze stehen hier auch zur Verfügung.

“Notplätze für kurzfristig Zugezogene können wir derzeit nicht freihalten”, bedauerte Sommerhalter, die zudem darauf hinwies, dass diese Anfragen bei der Planung neuer Baugebiete Bedeutung bekommen. Hier müsse die notwendige Infrastruktur geschaffen werden, riet sie. Denn die Vorhaltung von Notfallplätzen werde Pflicht, fuhr Sommerhalter fort.

Ein Anstieg bei den Anmeldungen vom vollendeten zweiten Lebensjahr an zeigt, dass die vorhandenen Kindergartenplätze zukünftig nicht ausreichen. Bürgermeister Carsten Vogelpohl und Sommerhalter stellten daher fest, dass der Ausbau der Krippe in der Halle in Bamlach Priorität hat. Dort ist die Möglichkeit vorhanden, im Rahmen der Hallensanierung, weitere Räume für eine Kinderbetreuung zu schaffen. Die Krippe dort soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Erweitert man das Krippenangebot in Bamlach, ist zu berücksichtigen, dass “dann frühzeitig Personal angeworben werden muss”, stellte Kathrin Sommerhalter fest. Denn innerhalb der nächsten drei Jahre gehen drei Erzieherinnen, die alle in Vollzeit arbeiten, sowie zwei Vertretungskräfte in Rente.

Zur Erhöhung der Kindergartengebühren, die je nach Wunsch der Betreuung unterschiedlich sind, stellte Rechnungsamtsleiter Frank Spiegelhalter fest, dass der Deckungsgrad der Kosten durch Elternbeiträge bei rund 15 Prozent liegt. “20 Prozent aber sollten es sein. Die Landeszuschüsse liegen bei 40 bis 50 Prozent. Den Rest trägt die Gemeinde”, so der Rechnungsamtsleiter. Spiegelhalter verwies in diesem Zusammenhang auch auf die steigenden Personalkosten, die in diesem Jahr um drei Prozent höher liegen als 2018.

Wolfgang Schwab (CDU) erinnerte während der Diskussion über die Erhöhung der Gebühren daran, dass nicht nur das Personal, sondern auch die Gebäude und deren Instandhaltung laufende Kosten verursachen, die man bei der Kostenkalkulation berücksichtigen müsse.

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