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Bad Bellingen entwickelt Leitlinie für ökologische Entwicklung der Gemeinde

Erosionsschutz, Biotopvernetzung, Flurneuordnungen: Die Gemeinde Bad Belingen hat ein Konzept zur ländlichen Entwicklung aufgestellt. Es dient auch als Grundlage für Förderanträge.

Eine Karte zeigt, wo Bad Bellinger Bäche nach Starkregen überfluten. Foto: Jutta Schütz

Die Bürgermeister der drei Gemeinden Bad Bellingen, Kandern und Schliengen waren 2018 mit Experten und Gemeinderäten auf Exkursion. Dabei wurden Schwerpunkte von Aufgaben wie Erosionsschutz, Biotopvernetzung oder Flurneuordnungen im Rahmen eines Konzepts von den drei Gemeinden aufgestellt. Jetzt informierte Susanne Miethaner vom Büro Faktor Grün im Gemeinderat zum aktuellen Stand. Das fertige Konzept dient auch als Grundlage für Förderanträge.

In Bad Bellingen etwa wird die Sanierung der Markus-Ruf-Straße, die vom Kernort über den Hellberg Richtung Römerstraße führt, gefördert. Als nächstes, so berichtete Bürgermeister Carsten Vogelpohl, sollen in einem weiteren Schritt die Hertinger Aussiedlerhöfe besser angebunden werden. Auch hier gibt es Sanierungsbedarf im Straßenbereich der landwirtschaftlichen Wege.

Erosionsschutz, Biotopvernetzung, Flurneuordnungen

Mit zum Integrierten ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) könnten auch kleinere Flurbereinigungen gehören, dies wäre ein Thema für Bad Bellingen. Eine Flurbereinigung könnte, so die Referentin, zum Beispiel landwirtschaftliche Wege mit einbeziehen. Flurstücke könnten zusammengelegt, kleinere Wege aufgegeben, andere Feldwege dafür etwas größer angelegt werden. Bei Flurneuordnungen kommen aber viele Faktoren zusammen, das reicht vom Naturschutz bis hin zu landwirtschaftlicher Flächennutzung – “und zuerst muss man auch die Inhaber der Flurstücke mit einbeziehen, denn eine Flurneuordnung ist immer von der Teilnahmebereitschaft der Eigentümer abhängig”, konstatierte Miethaner. Erst wenn die Vorgaben stimmen, könne man im Falle der Umsetzung über den Antrag auf eine Förderung nachdenken, sagte sie auf entsprechende Fragen von Andreas Großhans. Bei einer Flurneuordnung sei der Kostenanteil der Ausführungskosten von der Anzahl der Teilnehmer, denen die privaten und gemeindeeigenen Flächen gehören, abhängig, führte Miethaner weiter aus.

In Bad Bellingen lag und liegt zudem ein weiterer Schwerpunkt des Konzepts auf der Betrachtung der Starkregenereignisse, insbesondere aus dem Jahr 2016, und ihrer Ursachen. Mittlerweile hat der Landkreis Starkregengefahrenkarten erstellt. Diese zeigen, wo sich bei heftigen Regenfällen nicht nur entlang der Bäche Überflutungen sondern wo sich auch auf Feldern aufgrund der Topografie, Rinnen bilden können, in denen sich das ablaufende Wasser sammelt.

Das Konzept hat keinen rechtsverbindlichen Charakter

Deshalb war die Anlage von Schutzstreifen entlang von Äckern in Hanglage und auch mehr Grünland an Hängen für den Kurort ein Thema. Hier wurden bereits Maßnahmen umgesetzt, die sich bei nachfolgenden Starkregenereignissen bewährt haben. Beispielsweise wird darauf geachtet, dass bestehende Wasserläufe und Abflussrinnen von Geäst und Mahdgut freigehalten werden.

Ein ILEK-Aktionsweg, den es geben soll, ist dagegen ein gemeindeübergreifendes Thema. Mit verschiedenen Stationen soll auf Biotopvernetzung, Erosionsgegenmaßnahmen, auf Pflegemaßnahmen, Naturschutz und touristisch interessante Besonderheiten der drei Gemeinden hingewiesen werden.

“Einen rechtsverbindlichen Charakter hat das Konzept übrigens nicht, es handelt sich um eine reine Leitschiene , die sich die Gemeinden gegeben haben “, betonte Miethaner.

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