Autobahnmeisterei
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Autobahnmeistereien erhalten eine neue Struktur

Bis 2021 werden Autobahnmeistereien in privatrechtliche Organisationen überführt. Das wurde beim Tag der offenen Tür in Efringen-Kirchen bekannt. 10.000 Menschen wechseln den Arbeitgeber.

Da sich das Wetter wieder einmal nicht an die Prognosen gehalten hatte und den Südwesten mit viel Sonne bedachte, erfreute sich der Tag der offenen Tür der Autobahnmeisterei in Kleinkems verdientermaßen von Beginn an eines großen Besucherzuspruchs.

Nicht nur die Meisterei selbst, sondern mit ihr auch zahlreiche Organisationen und Vereine sowie Behörden nutzten die Gelegenheit, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer würdigte die Arbeit der Mitarbeiter der Meisterei, die tagtäglich für die Verkehrssicherheit der Bürger im Einsatz seien. Sie nannte die Autobahnmeistereien “ein Aushängeschild des Regierungspräsidiums”.

Andreas Hollatz, Ministerialdirigent im Verkehrsministerium des Landes, ging auf die Herausforderung ein, der sich die Meisterei insbesondere durch den Lkw-Verkehr gegenübergestellt sehe.

Als wichtiges Instrument zur Entzerrung des stehenden und sich stauenden Lkw-Verkehrs nannte er die Schaffung neuer Parkplätze. Hollatz’ Dank galt den Mitarbeitern der Meisterei für ihren Einsatz bei der Hochwasserkatastrophe in Sachsen. Hierbei hatte sich besonders Sabine Bollach verdient gemacht, die im Anschluss auch der Leiter der Meisterei, Rainer Metzler, lobend hervorhob.

“Die wichtigsten Personen sind meine Arbeiter und Arbeiterinnen”, zollte Metzler diesen Dank und Anerkennung. Als große Herausforderung in nächster Zukunft sah er die Umstrukturierung der Meistereien, zeigte sich jedoch überzeugt, dass diese problemlos gelingen werde.

Hintergrund:
Neue Struktur Bis Januar 2021 sollen auch die bisherigen Autobahnmeistereien in eine neue privatrechtliche Organisation, eine Autobahngesellschaft überführt werden. Diese GmbH wird ihren Sitz in Berlin haben, die für den Süd-Westen zuständige Niederlassung wird ihren Hauptsitz in Stuttgart haben. In der neuen Gesellschaft soll auch die erst im Jahre 2003 gegründete Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft aufgehen. Die Folge ist, dass mehr als 10.000 Beamte und Angestellte bundesweit ihren Dienstherrn wechseln müssen. Sowohl der Leiter der Autobahnmeisterei, Rainer Metzler, wie auch Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und der Vertreter des baden-württembergischen Verkehrsministeriums, Andreas Hollatz, streiften in ihren Reden dieses Thema, ohne allerdings näher darauf einzugehen.Die designierte Leiterin der hiesigen Niederlassung der GmbH ist Christine Baur-Fewson, die beim Tag der offenen Tür der Autobahnmeisterei ebenfalls anwesend war, jedoch nicht als Rednerin das Wort ergriff. Gegenüber der BZ gab sie als Grund für die Reform an, dass der Bund bisher den Ländern die Gelder für den Betrieb der Meistereien zur Verfügung gestellt habe, diese jedoch insbesondere im Bereich des Personalmanagements sehr unterschiedlich arbeiten. Die Bundesregierung hatte 2017 gar von einem “Infrastrukturgefälle” in Deutschland gesprochen. Nun würden “Planung, Finanzierung, Bau, Betrieb und Erhalt der wichtigsten Verkehrsadern in Deutschland zentral in einer Hand gebündelt”, hieß es damals. Für die Beschäftigten bringt die Umwandlung keine Nachteile. Im Gegenteil: Die Tarifbeschäftigten werden dem Tarif TV-A gleichgestellt und erhalten dann sogar ein 13. Monatsgehalt.

Im Anschluss an den offiziellen Teil demonstrierte die Hundestaffel des Zolls, wie gut die Vierbeiner zum Beispiel in der Rauschgiftsuche und im Schutzdienst agieren. Zahlreiche Familien mit kleinen Kindern interessierten sich gerade für diesen Programmpunkt. Begeisterung bei vornehmlich jüngeren Besuchern lösten auch die auf dem Gelände ausgestellten, auf Hochglanz gewienerten Arbeitsgeräte aus.

Kamera überwacht neuralgische Punkte

Die Polizei informierte über Sicherheit im Straßenverkehr, die Bergwacht und das DRK gaben Einblicke in ihre Arbeit, die Badischen Jäger luden zum Lernort Natur. Auch konnten Bienen bei der Arbeit beobachtet werden. Thomas Pikiolek beantwortete Fragen im Salzlager und die Gewerkschaft der Straßenwärter informierte über ihre Leistungen.

Im Verwaltungsgebäude gab es Einblicke in die Kameraüberwachung neuralgischer Verkehrspunkte, und Marion Mayer-Kreitz vom Verkehrsministerium zeigte, wie ein Stau entsteht. Anziehungspunkte für die Besucher waren zudem die Darstellungen der Vereine wie Bogensportfreunde Dreiländereck oder die Uhrenfreunde Münstertal.

Begleitet von der zünftigen Blasmusik der Kapelle “Keine stille Stunde” genossen die Besucher das vielfältige Informations- und Unterhaltungsangebot. Auch die Verpflegung kam nicht zu kurz. Ein Tag, der den Beteiligten wie den Besuchern wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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